Come together

J 72 MK2 USA

Dieses Fahrzeug wurde um gegen die amerikanischen Einfuhrhemmnisse anstinken zu können, die ja im Grunde genommen nur ein Einfuhrboykott waren, mit  seltsamen Techniken ausgestattet.

z.B. ein Abgasentgiftungssystem indem über eine Luftpumpe hinter die Auslaßventile Frischluft eingeblasen wurde, oder die Reinigung der Kraftstoffausdünstungen über einen Aktivkohlefilter vollzogen wurde, oder der Einsatz von 5-Meilen-Stoßstangen gefordert wurde.

Der J 72 und seine Technik,
ein Fahrzeug für Großaktionäre.

Die Karosserien wurden gebaut von ehemaligen Karosseriefachleuten der Firma Aston Martin, die zu der Zeit wegen Arbeitslosigkeit zur Firma Panther gewechselt sind.

Die Motoren, Getriebe und Lenkung wurden vom Jaguar XJ6 und XJ12 übernommen.
Die Hinterachse soll stammen vom Vauxhall Ventora/Victor und soll baugleich sein mit Opel Kommodore.
Die Vorderachse ist auch Großserientechnik, aber von Panther verstärkt. Herkunft uns unbekannt.
Ansonsten bis auf wenige Komponenten alles Panthertechnik.

Die Firma Jaguar verkaufte an die Firma Panther keine frischen Motoren und Panther war gezwungen generalüberholte Aggregate einzusetzen.
Hier war wohl der Grund dass man Panther vorwarf, mit dem J72 ein Replik des legendären SS100 gebaut zu haben.

Die hier beschriebene Technik ist die vom J 72 MK2.
Seine Karosse ist auch abweichend vom MK1. Die Fahrgastzelle ist zwar identisch, aber die Kotflügel und die Trittplatte sind 75mm breiter.

 

 

Wir haben selbst einen Panther J 72 MK2 seit ca. 20 Jahren und verfügen daher über einiges Fachwissen.
Der Umgang mit dem Fahrzeug und auch der Leidensdruck haben uns gezeigt, wie man sich da durchwurschteln muss.
Bisher hatten wir folgende Probleme, die sehr wahrscheinlich allgemein kritische Punkte sind.

Mehrfacher Ausfall der Membran-Benzinpumpe
Abgerissene Schwappbleche im Tank
Ausfall des Motoröldrucksensors
Ausfall der kompletten Bremsanlage
sowohl Hauptbremszylinder als auch Kupplungsdruckgeber
Erblindung des Motorhaubenlackes durch thermische Überhitzung
Funktionsausfall der Stoßstangenabfederung (5-Meilen-Stoßstange)
Mehrfacher Ausfall des elektronischen Zündverteilers                            Ausfall Overdrive - Solenoid
Ausfall Lenkhilfe
Steck- und Dreieckscheiben, diverse Risse                                         Ausfall der hinteren Stoßdämpfer
 

Das war bisher alles, aber hierzu ist zu bemerken, dass das Fahrzeug  zwar regelmäßig aber nur 30000 km gefahren wurde.

 


Noch eine kleine Story:
mit dem da oben donnerten wir im Mai 1995 mit der damaligen Pantherclique in die Toskana, mit einer Geschwindigkeitsvorgabe von 120. Für den letzten Konvoifahrer bedeutete dies aus der Kiste alles herauszuholen.
Gerade über den Brenner gekommen schnitt einer sich mit dem Lüfterflügel komplett den Kühler auf, wie sollte es anders sein, natürlich ein J 72.
Wir schafften es bis in die Toskana und verzeichneten dann den Ausfall unseres Bremssystems.

Die Ursache war, dass der Kupplungsdruckgeber extrem undicht wurde, und somit auch die Bremsflüssigkeit des Bremssystem in die freie Natur transportierte.
200m von unserem Quartier war eine Wellblechbude mit einem Schaufenster in dem ein Jaguar MK 2 stand. Hinter dem Wellblech verbarg sich eine sehr qualifizierte Werkstatt, die dann innerhalb von 5 Tagen alle unsere Fahrzeuge reparierte.
Bei uns das Kupplungs- und Bremssystem.
Bei dem anderen J72 ein neues Kühlernetz und außerdem einen neuen Zündverteiler, der stammte aus dem MK2 im Schaufenster.
Der Dritte hatte die Kardanwelle im Eimer, hier wurde dann kurzerhand eine passende jedoch zu lange Kardanwelle umgebaut.
Die Rechnungen, die wir dann erhielten, waren so moderat, dass wir uns alle gemeinsam entschlossen haben, in Zukunft dort unsere Autos reparieren zu lassen.
Keiner von uns hatte danach Probleme und die Reparaturen waren sehr fachmännisch und nicht nötig zu korrigieren.
Die weiteren J72 überstanden diese Reise ohne Probleme.

Unser J72 gehörte vorher Jack Wilbert, der leider kürzlich verstorben ist; er hat ihn an uns nach einer Leidenszeit von 2 Jahren verkauft. Immer wenn er fahren wollte, tat er’s nicht. So hat er dieses Fahrzeug hauptsächlich auf dem Trailer durch die Landschaft gefahren und uns dann mit den Worten übergeben:
Jetzt hab ich die Schnauze voll, jetzt seid ihr dran!   

Als der Motor dann richtig eingestellt war, Dank Meister Pelzer, wurde auch ein eigenständiges Fahren möglich.